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Schwefelemission in Eishöhle festgestellt

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Schwefelemission in Eishöhle festgestellt

Ice cave Southeast Iceland

Eishöhlen üben ihren Reiz auf Besucher aus. Das Foto stammt aus einer Höhle am Vatnajökull. Photo: Páll Stefánsson.

Der isländische Wetterdienst, der auch die vulkanische Aktivität im Land überwacht, hält es für nicht empfehlenswert, in die kürzlich entdeckte Eishöhle im Blágnípujökull südwestlich des Hofsjökull hineinzuwandern, weil dort Eiszapfen von der Decke hängen, ausserdem wurde ein starker Schwefelgeruch gemessen, berichtet RÚV.

Wie der Wetterdienst schreibt, gebe es am Gletscher Zeichen von vulkanischer Aktivität, die sich im Herbst des vergangenen Jahres ereignet haben müssen.

Am 3. Februar hatte sich eine Gruppe von Besuchern in Geländewagen auf den Weg zum Gletscher gemacht und war etwa 150 Meter in die Höhle gestiegen. Sie fanden starken Schwefelgeruch, das mitgeführte Messgerät zeigte 60 ppm an. Eine derartige Konzentration kann Atemwegsbeschwerden und Schleimhautreizungen hervorrufen, wenn man sich länger als eine Stunde dem Schwefel aussetzt.

Nach Angaben des Wetterdienstes hatte sich vor 15 Jahren ganz in der Nähe ein Schmelzkrater durch Erdwärme gebildet, auch damals war sehr starker Schwefelgeruch in der Region festgestellt worden. Man könne daher eine steigende Aktivität in der Höhle nicht ausschliessen.

Zu beachten sei, dass Schwefel ab einer Stärke von 150 ppm geruchlos werde, daher sei es nicht empfehlenswert, die Höhle ohne Messgerät zu betreten.

RÚV zitiert einen Wanderer, der kürzlich mit einer Gruppe von 50 Besuchern in in der Höhle gewesen ist und ein Kind dabei gehabt hatte. Das Mädchen habe das Bewusstsein verloren und nur schwer geatmet, erst draussen in frischer Luft sei es wieder zu sich gekommen.

Rögnvaldur Ólafsson vom isländischen Zivilschutz teilt die Besorgnis der Vulkanologen vom Wetterdienst und rät zu äusserster Vorsicht. Niemand dürfe die Höhle ohne Messgerät besuchen, überdies müsse man stets im Hinterkopf behalten, dass Eishöhlen unbeständig seien und dass sich jederzeit Eisbrocken aus der Decke lösen könnten.

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