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Arnarlax entschuldigt sich für Unfall

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Arnarlax entschuldigt sich für Unfall

Marine pens in Berufjörður.

Photo: Páll Stefánsson.

Das Lachszuchtunternehmen Arnarlax in Tálknafjörður in den Westfjorden hat sich in einem Schreiben an die Umweltbehörde Umhverfisstofnun für die versäumte Meldung zu einem Unfall entschuldigt, der sich zu Monatsbeginn auf dem Meeresgelände des Unternehmens ereignet hatte. Dabei war ein schwimmender Fischzuchtbehälter geborsten und ein Teil des Behälters gesunken.

Die Meldung war nicht an alle notwendigen Instanzen gegangen. Ein solcher Unfall muss an die Umweltbehörde, an die Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsbehörde, sowie an das Fischamt weitergeleitet werden.

Der Pressesprecher der Umweltbehörde, Björn Þorláksson, bestätigte Stundin gegenüber, dass keine Meldung zu einem geborstenen Zuchtbecken eingegangen sei.

Die Umweltbehörde muss benachrichtigt werden, weil bei einem solchen Unfall Zuchtlachse entkommen und sich mit Wildlachsen vermischen können. Das Unternehmen, so schreibt Stundin, habe die Lage so eingeschätzt, dass kein Fisch unfallbedingt entkommen sei.

Bislang hat keine Behörde den Unfall offiziell untersucht, daher ist es nicht möglich, die Einschätzung von Arnarlax zu bestätigen.

In dem Zuchtbecken hatten sich 500 Tonnen Zuchtlachs befunden. Als Notfallmassnahme war der Lachs über drei Tage hinweg in ein neues Becken verbracht worden. Ein grosser Teil der Lachse starb bei diesem Umzug.

“Jedoch stieg der Verlust bei uns deutlich während des Umzugs der Lachse in ein anderes Becken,” heisst es in dem Schreiben von Arnarlax. “Er verträgt [solchen] Umgang nur schlecht, wenn die Temperaturen so niedrig sind wie derzeit. Wir haben etwa 50.000 tote Fische in den Tagen nach dem Umzug verzeichnet. Dieser Fisch geht den gleichen Weg wie jeder andere tote Fisch beim Unternehmen. Er wird in einem geschlossenen Behälter gesammelt und in einem Gefriercontainer gelagert, bis unser Dienstleister S. Iceland ihn abholt und nach Hafnarfjörður zur Weiterverarbeitung bringt.”

Der Lachs, der bei Arnarlax stirbt, wird für die Herstellung von Tierfutter verwendet.

Björn Þorláksson drückt in einem Schreiben an Stundin sein Wohlwollen über die Reaktion von Arnarlax aus. Seine Behörde hoffe, dass der Vorfall eine Lektion gewesen sei, die Reaktion und Arbeitsvorgänge verbessert. Er weist auf die grosse Verantwortung für Unternehmen hin, Umweltverschmutzung durch einen Betrieb wie die Fischzucht in Grenzen zu halten.

Bislang sei nicht klar, ob dieser Unfall ein Nachspiel habe.

Auf der Facebookseite einer isländischen Naturschutzorganisation wurden heute morgen Fotos veröffentlicht, die Fischzuchtnetze mit Löchern zeigen. Angeblich handle es sich um Netze des betroffenen Betriebes.

Einiges in der isländischen industriellen Fischzucht ist trotz der vielen Lizenzanträge für neue Zuchtanlagen noch nicht geklärt. Dazu gehört auch die Tatsache dass, anders als auf anderen Zuchtgebieten, Tierärzte im Bereich des Aquafarming noch als staatliche Kontrollinstanz (für die Veterinäraufsichtsbehörde MAST) und gleichzeitig als privat arbeitender Veterinär tätig sein dürfen. Im vergangenen Jahr hatte ein Vertreter des Parlaments diesen Interessenskonflikt zur Debatte gebracht, berichtete RÚV im April 2017.

Eine Prüfung und Änderung der derzeitigen Regelung ist beim Parlament in Arbeit, Ergebnisse stehen jedoch aus.

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