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Islands einzige Gerberei droht die Schliessung

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Islands einzige Gerberei droht die Schliessung

Handgegerbtes isländisches Lammfell. Photo: Dagmar Trodler

Die Geschäftseitung des Lederverarbeitungsunternehmens Sjávarleður in Sauðárkrókur in Nordisland denkt darüber nach, den Betrieb ins Ausland zu verlegen. Das Gebäude, in welchem das Unternehmen Tierfelle und Fischleder gerbt und weiterverarbeitet, ist verkauft worden, und es dürfte schwierig werden, ein neues passendes Gebäude zu finden, berichtet RÚV.

Etwa 20 Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Im Jahr 2016 hatte das Unternehmen Konkurs anmelden müssen und sich danach neugegründet. Sjávarleður ist die einzige gewerbliche Gerberei in Island, in den vergangenen Jahren hatte vor allem das dort gegerbte isländische Fischleder viele Bewunderer gefunden. Im Jahr 2016 war Sjávarleður in Europa zur “Gerberei des Jahres" gekürt worden.

Das Besuchszentrum ist ein Teil des Unternehmens und beliebtes Ausflugsziel für Touristen.

Nach dem Konkurs hatte Gläubiger Landsbankinn dem Unternehmen das vormals eigene Haus vermietet, Mitte Februar war das Gebäude dann an einen Subunternehmer in Sauðárkrókur verkauft worden.

Der Mietvertrag läuft zum Ende des Sommers aus, bis dahin muss eine neue Bleibe gefunden werden.

Geschäftsführer Gunnsteinn Björnsson kritisiert, sein Unternehmen habe keine Gelegenheit bekommen, auf das Gebäude zu bieten, bevor es verkauft worden sei. Für die Zukunft der Gerberei sieht er schwarz.

“Das ist kein Handwerk, welches man in irgendein Haus setzen kann, und dieses Gebäude ist für diese Arbeit extra gebaut worden,” erklärt er.

Er rechnet mit einer Umzugsdauer von vier bis sechs Monaten, eine Zeitspanne, die zum jetztigen Zeitpunkt für das zum neuen Leben erwachende Unternehmen zu lang werden könne.

“Man kann so ein Unternehmen nur mit einer gesicherten Langzeitmiete betreiben,” sagt er. “Wir haben noch nichts Endgültiges entschieden, aber das könnte dazu führen, dass wir ausser Landes gehen. Mein Miteigentümer lebt in Dänemark, sodass dies die erste Wahl wäre. Dort ist es so, dass wenn ein neues Handwerk ins Land kommt, es volle Unterstützung geniesst.”

Die 20 Beschäftigten wurden von der drohenden Werksschliessung informiert. “Die machen sich natürlich alle Sorgen. Das sind alles Isländer, und viele haben lange für unser Unternehmen gearbeitet,” sagt Gunnsteinn.

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