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Abgasmessung in Seyðisfjörður

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Abgasmessung in Seyðisfjörður

Cruise ship

Photo: Páll Stefánsson.

Die isländische Umweltagentur beabsichtigt, die Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe im ostisländischen Fährhafen Seyðisfjörður zu messen, berichtet RÚV.

Einige Anwohner zeigen sich besorgt darüber, dass die Abgase der grossen Schiffe sich besonders bei ruhigem Wetter in dem engen, windgeschützten Fjord sammeln könnten.

Die Fähre Norröna verkehrt einmal pro Woche zwischen Seyðisfjörður und Dänemark, mit einem Zwischenstop auf den Färöerinseln. Im Winter liegt die Fähre in Seyðisfjörður fast 48 Stunden vor Anker, und nutzt ihre laufenden Dieselgeneratoren zur Stromerzeugung.

In den Sommermonaten ankern Dutzende von Kreuzfahrtschiffen in dem schmalen Fjord. Ihre steigende Zahl führte dazu, dass Bewohner eine offiziele Messung der Schadstoffemmissionen forderten.

“Die Bewohner sind besorgt über die Luftverschmutzung durch die Schiffe. Zumindest von einigen.” sagte Viljálmur Jónsson aus Seyðisfjörður im Gespräch mit RÚV. Die Stadt könne besonders betroffen sein, weil sich Abgase und Russpartikel in dem engen Fjord eher sammeln.

Schon vor einem Jahr hatte man sich an die Umweltagentur gewandt, doch erst jetzt stehen technische Messgeräte bereit, um die Schadstoffmengen zu erfassen.

Die Norröna wird von der faröischen Reederei Smyril Line betrieben. Vor vier Jahren waren die Schiffe mit Russfilteranlagen umgerüstet worden, zu Beginn diesen Jahres war diese Russfilter erneuert worden.

Die Stadt hat auch die Idee geprüft, wie man die Schiffe an das lokale Stromnetz auf dem Festland anschliessen könnte, während sie vor Anker liegen. Eine Lösung ist jedoch teuer und kompliziert, weil die elektrischen Systeme von Schiff und Stromquelle auf dem Festland nicht zusammenpassen.

Ein deutscher Chemiker hatte im vergangenen Sommer auf Einladung des isländischen Naturschutzverbandes Náttúruverndasamtaka Íslands zum ersten Mal in Reykjavík die Schadstoffemmissionen von Kreuzfahrtschiffen gemessen und nicht nur vor gesundheitlichen Gefahren in der Stadt selbst gewarnt, sondern auch davor, dass die Russpartikel durch den Wind bis zu 400 Kilometer weit getragen werden und Einfluss auf die Gletscherschmelze haben könnten.

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