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Islands Strassennetz erhält negative Bewertung

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Islands Strassennetz erhält negative Bewertung

road traffic golden circle

Photo: Ian Funk.

Nur 0,1 Prozent des isländischen Strassennetzes fällt einer Bewertung von EuroRAP nach in die beste Kategorie für Strassensicherheit, berichtet RÚV.

EuroRAP steht für Europäisches Strassenbewertungsprogramm. James Bradford, der die Entwicklungsabteilung der in Belgien ansässigen Non-Profit Organisation leitet, präsentierte die Ergebnisse vorgestern auf einer Konferenz in Reykjavík.

Die Bewertung war in Zusammenarbeit mit dem isländischen Automobilclub durchgeführt worden und hatte in den Jahren zwischen 2012 und 2017 etwa 4200 Strassenkilometer in Städten und auf dem Land in ein Fünfsternesystem kategorisiert. Fünf Sterne gab es für die sicherste Beschaffenheit einer Strasse.

Der Studie zufolge haben nur 6,9 Kilometer Strasse in Island (0,1 Prozent) die höchste Bewertung mit fünf Sternen erhalten. Vier Sterne entfielen auf 2,7 Prozent Strassenanteil, drei Sterne wurden an 22,4 Prozent des geprüften Strassennetzes vergeben, 34 Prozent erhielten zwei Sterne und 40,9 Prozent der geprüften Strassenkilometer erhielten einen Stern.

Steile Böschungen, Pfosten oder Strassenschilder, die zu nah an der Fahrbahn liegen, Beleuchtung, Tempolimits und Strassenbelag waren Faktoren, die bei der Bewertung eine Rolle spielten.

Die meisten mit einem Stern bewerteten Strassen befinden sich in den Westfjorden und in den Ostfjorden, aber auch in anderen ländlichen Gegenden.

Bradford bezeichnete viele Strassen zwischen Reykjavík und Keflavík als gefährlich. “Nicht unbedingt, dass die Strasse selbst schlecht ist, sondern eher dass sie nicht zu den Gefahren und Nutzerzahlen, sowie zum Tempo passen, welches auf diesen Strassen gefahren wird,” erklärt er.

“Was mich am meisten überraschte war, wieviele Strassen nicht in der Mitte getrennt sind. Gegenverkehr wird nicht durch Mittelleitplanken oder Verkehrsinseln abgetrennt. Und das Verkehrsaufkommen ist hoch und temporeich.” sagt der Verkehrsexperte. Seiner Ansicht nach sollten möglichst all jene Strassen mit einer Mittelleitplanke unterteilt werden, auf denen das zulässige Tempo 80 km/h übersteigt.

Verkehrsminister Sigurður Ingi Jóhannsson, der die Konferenz eröffnete, sagte in seiner Ansprache, es sei klar dass das Strassennetz nach mehr Investitionen verlange als bisher.

“Wir haben zuwenig Gelder in Entwicklung, Instandhaltung und Verbesserung gesteckt. Und wir brauchen da einfach noch mehr Geld, und ich denke, jeder stimmt dem zu. Der Strassenverkehr hat lange Zeit nicht an erster Stelle gestanden, jetzt ist die Zeit dafur gekommen.”

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