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Parlament ändert per Gesetz Definition von Vergewaltigung

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Parlament ändert per Gesetz Definition von Vergewaltigung

Alþingishúsið

Photo: Páll Stefánsson.

Das isländische Parlament hat eine Gesetzesvorlage verabschiedet, nach der die rechtliche Definition von Vergewaltigung geändert wird, berichtet RÚV.

Der neuen Vorlage zufolge steht ausdrücklich die Zustimmung aller Beteiligten am Geschlechtsverkehr im Vordergrund. Jeder, der in sexuellen Kontakt zu einer Person tritt, welche nicht ihre Zustimmung dazu gegeben hat, macht sich dem Gesetz nach der Vergewaltigung schuldig und kann mit bis zu 16 Jahren Gefängnis bestraft werden.

Eine Zustimmung liegt vor, wenn sie unter freiem Willen abgegeben wird.

Bislang war Vergewaltigung definiert worden als sexueller Verkehr oder Kontakt unter Anwendung von Gewalt, Drohung oder anderen Formen von gesetzwidriger Nötigung.

Der erste Befürworter des neuen Gesetzes, Jón Steindór Valdimarsson von der Reformpartei, sagte in einer Rede vor dem Parlament, bei der Schaffung des Gesetzes habe man die Sichtweise einer partriarchalischen Vergangenheit ändern wollen. Es sei lange überfällig, sich vom Standpunkt zu verabschieden, dass ein Mann unter bestimmten Umständen sozusagen das Recht darauf habe, mit einer Frau sexuellen Umgang zu pflegen.

Von den anwesenden Parlementariern stimmten 48 für das neue Gesetz, 14 Abgeordnete waren abwesend, ein Abgeordneter (Karl Gauti Hjaltason von der Volkspartei) enthielt sich der Stimme.

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