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Erste Kündigungen bei den Hebammen

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Erste Kündigungen bei den Hebammen

Midwives Protest

Protestierende Hebammen. Photo: Mæður & feður standa með Ljósmæðrum!/Facebook.

Die letzte Tarifrunde zwischen dem Verband der Hebammen und der isländischen Regierung ist am Dienstagabend ergebnislos zuende gegangen, berichtet RÚV. Am Montag, den 16. April, will man erneut zusammentreffen.

Die Verhandlungen lagen seit etwa sechs Monaten an einem toten Punkt, die Hebammen hatten beklagt, dass weder ihre Verantwortung noch ihre Ausbildung bei den Gehaltsverhandlungen eine Rolle spielten. Isländische Hebammen absolvieren zunächst das in Island übliche vierjährige Krankenpflegestudium, bevor sie zusätzlich zwei Jahre Geburtshilfe studieren. Die gesamte Ausbildung findet, anders als in Deutschland, an der Hochschule statt und setzt das Abitur voraus.

“Wir müssen das Arbeitsumfeld verbessern, wir müssen mehr Leute einstellen, und wir müssen die Löhne erhöhen,” forderte die Hebamme Guðrún Gunnlaugsdóttir gegenüber RÚV.

Der Kampf der isländischen Hebammen findet breite Unterstützung in der Bevölkerung. Eine entsprechende Facebookgruppe, die sich kürzlich zugunsten der Berufsgruppe gebildet hatte, zählt über 11.000 Mitglieder. Vor dem Gebäude, wo die Tarifverhandlungen stattfanden, hatten sich Unterstützer versammelt, darunter schwangere Frauen, Hebammen und viele andere.

Inga D. Magnúsdóttir, eine werdende Mutter, die ihr drittes Kinder in dieser Woche erwartet, befand sich unter dem Demonstranten.

“Wir sind bereit, alle möglichen Leute in allen möglichen Jobs zu bezahlen, und auch die, die unser Land regieren, aber nicht die Leute, die uns helfen, in diesem Land Menschen in die Welt zu bringen. Ich finde, das ist Unfug.” sagte sie Journalisten gegenüber.

Die Vorsitzende des isländischen Hebammenverbandes, Áslaug Valsdóttir, sagte RÚV, dass der Verband seine Forderungen nach der Generalversammlung am 24. März modifiziert habe. “Bis hier und nicht weiter […], sie sind bereit, ihren Beruf zu verlassen.”

Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir äusserte sich enttäuscht über das Scheitern der Verhandlungen.

Im März hatten bereits 13 Hebammen am Universitätskrankenhaus gekündigt. Das Landspítali beschäftigt 150 Hebammen, in ganz Island arbeiten 275 Hebammen.

Im Jahr 2015 waren Islands Hebammen bereits einmal in Streik getreten, damals hatte es eine Schlichtung gegeben. Doch nicht nur das geringe Gehalt, sondern auch die hohe Arbeitsbelastung und der Personalmangel treibem immer mehr Hebammen in die Kündigung.

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