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Drohender Erdrutsch am Svínafellsjökull

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Drohender Erdrutsch am Svínafellsjökull

Seals looking at Öræfajökull.

Photo: Páll Stefánsson.

An der Westflanke des Svínafellsjökull ist im Frühjahr eine neue Spalte gefunden worden. Man geht davon aus, dass sie mit der Erdspalte zusammenhängt, welche Bauern aus Svínafell im Herbst 2014 im Nordteil des Gletschers zwischen Skarðatindur und Svarthamar gefunden hatten, berichtet RÚV.

Der isländische Zivilschutz Almannavarnir mahnt alle Reisenden, die in der Region unterwegs sind, zu besonderer Vorsicht.

Auf der Webseite des isländischen Wetterdienstes, der auch die Vulkane des Landes überwacht, heisst es, die Spalten hingen sehr wahrscheinlich unterirdisch zusammen. Wenn sie zusammenhängen, dann erstrecke sich der wegbrechende Teil über etwa einen Quadratkilometer. Die Masse dahinter betrage groben Schätzungen zufolge um die 60 Millionen Kubikmeter Gestein.

“Man kann nicht ausschliessen dass das gesamte Gebiet in einem Erdrusch vom Gletscher heruntergeht, aber es könnte auch in kleineren Portionen abrutschen. Das genaue Alter der Spalten ist nicht bekannt, auf Luftbildern aus dem Jahr 2003 sind sie nicht zu sehen, man findet sie aber in einem Modell aus dem Jahr 2011. Da hatten sie sich bereits gebildet und waren irgendwann in dieser Zeit an der Oberfläche sichtbar geworden,” heisst es in dem Beitrag auf vedur.is.

Das Gelände wird von Mitarbeitern der Universität und Fachleuten des Wetterdienstes überwacht, im Sommer sollen neue Messgeräte an den Spalten installiert werden, um die Erdbewegungen festzuhalten und Voraussagen zu einem möglichen Erdrutsch treffen zu können.

Der benachbarte Vulkan Öræfajökull behält weiterhin die Ungewissheitsstufe, die der Zivilschutz im vergangenen Herbst verhängt hatte, nachdem der Berg nach 300-jährigen Schlaf mit durchaus kräftigen Erdbeben erwacht war. Da die Erdbebentätigkeit über den Winter etwas zurückgegangen ist, wurde der Flugsicherheitscode von gelb auf grün zurückgeschaltet.

Es kann im Umkreis des Vulkans jedoch jederzeit zu unerwarteten Gletscherläufen, Gasentwicklungen oder Erdrutschen kommen, daher wird Reisenden auch hier zu äusserster Vorsicht geraten.

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