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Auf der Suche nach dem Schwarzen Tod. Ausgrabung in Þingeyri

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Auf der Suche nach dem Schwarzen Tod. Ausgrabung in Þingeyri

DNA als Schlüssel zum Schwarzen Tod. Photo: Dagmar Trodler

Im Bezirk Austur Húnavatnssýsla in Nordisland beginnt in diesem Sommer ein ungewöhnliches Ausgrabungsprojekt. Unter der Leitung von Archäologin Steinunn Kristjánsdóttir will man in Þingeyri auf einem Gebiet von 120 Quadratmetern nach Überresten des Schwarzen Todes suchen, berichtet RÚV.

Einst hatte dort das Kloster Þingeyraklaustur gestanden, von dem heute kaum noch etwas zu sehen ist.

Ziel der Ausgrabung ist es, den Schwarzen Tod, wie die Pest in früheren Zeiten genannt wurde, nachzuweisen und seine Auswirkung auf die Menschen zu erforschen.

Zum ersten Mal kam die Pest im Jahr 1402 nach Island, und man geht davon aus, dass ihr etwa die Hälfte der Bevölkerung zum Opfer fiel. Die Erforschung der Pest war bislang nur begrenzt möglich gewesen, da es zwar schriftliche Quellen gibt, aber keine archölogischen Funde, erklärte Steinunn in einem Interview mit dem Morgenmagazin auf Rás1.

“Ausser an diesem Ort, hier ist es durchaus möglich, dass wir Reste des Schwarzen Todes finden. Es gibt Neuentwicklungen der DNA-Diagnostik, welche einen Nachweis der Krankheit ermöglichen.”

Man weiss, dass die Seuche grosse Auswirkungen auf das Kloster gehabt hat.

“Hier in Þingeyri sind bis auf einen alle Mönche gestorben, auch der Abt starb. Es hat sicherlich viele Todesfälle gegeben, auch viele Laien im Kloster, die dort in der Landwirtschaft und anderweitig beschäftigt waren, sind gestorben,” sagt Steinunn. Die Kirchenorte wurden von der Seuche besonders hart getroffen. Menschen suchten die Klöster auf, um dort Rat zu suchen, was gegen die Pest zu unternehmen war, und man brachte auch Leichen zur Bestattung.

Steinunn hofft, dass man die Pest in Knochen und Insekten nachweisen kann, um draus Schlüsse über die Auswirkung der Seuche und ihre Infektionswege zu ziehen, sowie herausfindet, wie sie auf die Insel kam.

“Wenn wir die Krankheit hier nachweisen können, und wir wissen, dass sie hier war, dann ist das eine echte Neuheit.”

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