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Papageitaucherküken verhungern

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Papageitaucherküken verhungern

Puffins

Photo: Golli.

Auf der Westmännerinsel Heimaey sind in diesem Sommer tausende von Papageitaucherküken verhungert, berichtet RÚV. Das gleiche Schicksal ereilt derzeit auch Jungvögel in den traditionellen Brutgebieten in Norwegen und auf den Britischen Inseln. Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus ganz Europa untersucht das Phänomen. Offenbar spielen die globale Erwärmund und die Überfischung der Meere eine zentrale Rolle.

Die Forscher studieren die Papageitaucherkolonien auf der Insel Grímsey, auf den Westmännerinseln, in Südisland, aber auch auf der Insel Røst in Norwegen, sowie auf der Insel Skomer vor der walisischen Küste. Der Papageitaucherbestand ist in all diesen Gegenden dramatisch zurückgegangen, und offenbar ist die globale Erwärmung dafür verantwortlich. Man glaubt, dass die steigende Meerestemperatur dazu führt, dass Kaltwasserfischarten nach Norden abwandern. Damit verschwinden sie aus den Brutgebieten der Vögel. Schleppnetzfischer auf der Jagd nach Sardinen und Sandaalen fischen den Papageitauchern zusätzlich die Nahrung weg.

Auf Heimaey konnte man einst die grösste Papageitaucherpopulation der Welt finden. In diesem Sommer gab es tausende von toten Jungvögeln.

“In manchen Jahren werden die Eier nicht ausgebrütet, oder die Küken überleben nicht lange, In der vergangenen Woche etwa fanden wir eine grosse Menge an frischgeschlüpften Küken, die sehr wahrscheinlich alle verhungert sind,” sagt Dr. Annette Fayet, Expertin für Papageitaucher von der Universität Oxford in einem Interview mit RÚV. Dr. Fayet ist derzeit damit beschäftigt, Vögel zu markieren und Kameras aufzustellen, um herauszufinden, mit welchem Fisch die Vögel ihre Jungen füttern.

Obwohl Papageitaucher zu den bedrohten Vogelarten gehören, werden sie in Island immer noch für den Restaurantteller gejagt. Dr. Fayet hält die Praktik angesicht des Bestandsrückgangs für nicht gerechtfertigt. Ohne sofortige Schutzmassnahmen werde der Papageitaucher wie viele andere Seevogelarten ausgerottet.

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