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Kreuzfahrtschiff setzt 200 Passagiere in Hornstrandir an Land

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Kreuzfahrtschiff setzt 200 Passagiere in Hornstrandir an Land

Einsame Gegenden wecken Begehrlichkeiten. Hornstrandir in den Westfjorden. Photo: Páll Stefánsson.

Gestern sind etwa 200 Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes im Naturschutzgebiet Hornstrandir in den Westfjorden an Land gesetzt worden, berichtet RÚV.

Das ist erlaubt, doch arbeitet man derzeit daran, die Regeln zum Betreten von Naturschutzgebieten zu verschärfen.

Die Le Boreal hatte bereits im vergangenen Jahr Passagiere in Hornstrandir an Land gebracht, ohne jedoch einen Mitarbeiter des Zolls vorher an Bord geholt zu haben. Durch dieses Versäumnis war die Praktik aufgefallen.

Gestern war das Schiff nun wieder in den Gewässern unterwegs gewesen. Diesmal erhielt es Besuch der Zollbehörden und setzte seine Fahrt danach fort, in Richtung Veiðileysufjörður und Hesteyrarfjörður.

“Gemessen am Verkehr der Zodiacboote und der Leute, die ich dort gesehen habe, und der Leute die sich noch an Land befanden, würde ich schätzen, dass das so zwischen 150 und 200 Personen waren, die dort an Land gegangen sind,” sagte Kristín Ósk Jónasdóttir, eine Expertin und Rangerin der Umweltagentur, die den Vorgang beobachtet hatte.

Derzeit arbeitet man an einem Schutzkatalog für das Naturschutzgebiet in Hornstrandir, der eine Grössenbeschränkung für die Schiffe beinhaltet, welche vor dem Gebiet ankern, um Passagiere an Land zu setzen. Bis eine solche Regelung in Kraft tritt, dürfen Passagiere nach der Zollkontrolle ohne Beschräkung an Land gebracht werden.

“Wir haben Empfehlungen an alle Beteiligten in der Tourismusbranche geschickt, unter anderem auch an die Betreiber von Kreuzfahrtschiffen, wo wir darum bitten, die Besucherzahl einzuschränken.” sagt Kristín. Vor allem nach Regenperioden sollten nicht mehr als 20 Personen auf einmal an Land gehen.

“Das Eindringen von 200 Personen in so ein sensibles Ökosystem hat unbestreitbar negative Auswirkungen. Und ich habe Sorge, dass solange wir keine Möglichkeit haben, das zu stoppen, einfach immer mehr Schiffe sich anreihen, die das gleiche vorhaben.” befürchtet Kristín.

Das Problem stelle sich nicht nur in Hornstrandir sondern in allen Naturschutzgebieten des Landes.

“Wir müssen Regeln für die Anlandung der Kreuzfahrtschiffe im ganzen Land setzen, sowohl in geschützten Gebieten wie in solchen die nicht unter Schutz stehen, und den Verkehr aus den Schiffen besser steuern,” fordert die Expertin der Umweltbehörde.

Generell sind Kreuzfahrtschiffe auch in Island in die Kritik geraten, weil sie durch den Abgasausstoss ihrer Dieselmotoren für eine beträchtliche Umweltverschmutzung sorgen. Bislang ist es in keinem Hafen der Insel möglich, solchen Schiffen Strom von Land aus zu liefern.

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