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"Not Ok" - ein Film über den Gletscher Ok

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"Not Ok" - ein Film über den Gletscher Ok

Die Reste des Gletschers im Film "Not ok". Photo: Screenshot from

Im September 2014 erreichte uns die Meldung, dass der Gletscher Ok im gleichnamigen Berg im Borgarfjörður kein Gletscher mehr ist. Der Glaziologe Oddur Sigurðsson befand, dass die Eisdicke nicht länger dick genug sein, um unter ihrem eigenen Gewicht zu Tal zu rutschen, daher sei der Berg kein Gletscher mehr, berichtet RÚV.

Ok ist damit der erste Gletscher des Landes, der seine Bezeichnung verliert. Neusten Forschungsergebnissen zufolge werden im Jahr 2170 alle 400 Gletscher Islands verschwunden sein.

Vor noch 100 Jahren bedeckte Ok eine Fläche von 15 Quadratkilometern, sein Eispanzer war 50 Meter dick. Heute ist er weniger als einen Quadratkilometer breit und nur noch 15 Meter dick. Die Entgletscherisierung des Ok weckte damals nur wenig internationales Medieninteresse, da Flüchtlingsströme, Grossbrände und Bürgerkriege die Nachrichtenwelt beherrschten.

Zwei amerikanische Filmmacher reisten jedoch nach Island und drehten einen Dokumentarfilm über Ok, mit dem Titel “Not Ok”, der am Freitag im Bíó Paradís Premiere hat.

Die beiden Anthropologen Cymene Howe und Dominic Boyer von der Rice-Highschool in Texas fragten sich, welche Verbindung die Isländer zu jenem Eis haben, welches dem Land seinen Namen gab, und wie sie sich verändert, wenn die Gletscherschmelze so augenfällig wird.

Die Tatsache, dass im Jahr 2170 alle 400 Gletscher verschwunden sein werden, höre sich nach einer langen Zeitspanne an, doch handle es sich um gerade mal zwei Menschenleben. Die Zukunft sei mit der Entgletscherisierung des Ok bereits da, erklärte Dominic.

“Wir fanden die Geschichte des Ok wichtig für Island. Der erste von 400 Gletschern, der auf dem Weg ist zu verschwinden. Aber das ist auch eine wichtige Geschichte für die Welt, denn sie zeigt uns die Wirklichkeit der Klimaveränderung und ihre Auswirkung auf die Natur. Wir wollten diesen Film drehen, um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken,” erläuterte der Anthropologe.

Der Gletscher Ok ist nicht gerade der Hübscheste und liegt in der Regel auch nicht auf touristischen Reiserouten. Gerade deshalb fiel er ins Visier der beiden Filmemacher. Sie fanden, er eignete sich wegen seiner geringen Ausmasse gut, Mensch und Gletscher auf einer gemeinsamen Grössen- und Zeitleiste abzubilden. Schaue man sich nämlich andere dahinschmelzende Gletscher an, deren Eishöhlen unter Getöse zusammenbrechen und ins Meer davonschwimmen, wirke der Mensch neben ihnen wie eine Ameise.

“Dann passiert es oft, dass man denkt, man kann ja eh nichts dagegen machen, oder hat keinen Einfluss. Wir wollten das ganze auf eine Skala bringen, die für den Menschen nachvollziehbar ist.”

Ok hat im Film eine Stimme bekommen – kein Geringerer als Jón Gnarr verkörpert den Gletscher.

Der Film hat am morgigen Freitag um 17 Uhr Premiere im Bíó Paradís, der Eintritt ist frei. Am Samstag gibt es eine Entgletscherisierungsfahrt zum Ok, wo Glaziolog und Anthropologen mit ihren Gästen dorthin fahren, wo einmal der Gletscher Ok gewesen ist. Für die Zukunft ist die Errichtung eines Denkmals vor Ort angedacht.

Hier gibt es den Trailer zu “Not ok” zu sehen.

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