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Geringere Rückfallquote bei isländischen Gefangenen

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Geringere Rückfallquote bei isländischen Gefangenen

Photo: Ed Gregory.

In keinem anderen der nordischen Länder werden Ex-Gefangene seltener erneut inhaftiert als in Island, berichtet RÚV. Die Daten stammen aus einer aktuellen Studie, welche den Zeitraum der Jahre 2012 bis 2016 betrachtet.

Der Studie zufolge werden in Dänemark, Schweden und Finnland etwa 35 Prozent aller Ex-Häftlinge innerhalb von zwei Jahren wieder in Haft genommen. In Island lag die Zahl bei 20 Prozent. Zahlen aus Norwegen waren nicht verfügbar.

Páll Winkel, der Direktor der isländischen Haftanstalten, bringt den relativen Erfolg mit der gezielten Wiedereingliederungspolitik der isländischen Regierung in Verbindung. “Früher sind die Leute in eine geschlossene Anstalt eingewiesen worden, wo jeder seine Haft absitzt und auf Bewährung freigelassen wurde. Heute haben wir ein geschlossenes Gefängnis, wo die Leute ihre Strafe absitzen, dann gehen sie in den offenen Vollzug, von dortaus in ein noch etwas weiter geöffnetes Haus, von dort aus in die elektronische Überwachung bei sich zuhause, mit einem Knöchelband.”

Seiner Ansicht nach beweist die Studie, dass die isländische Vorgehensweise die Wahrscheinlichkeit eines kriminellen Rückfalls vermindert.

“Es zeigt uns, dass das Wegsperren von Leuten über einen langen Zeitraum in einem geschlossenen Gefängnis, ohne ihnen Unterstützung zu gewähren oder sie in die Lage zu versetzen, besser mit dem Leben klar zu kommen, wenn sie entlassen werden, einfach nicht funktioniert. Es zeigt, dass die Chancen [nicht wieder eingewiesen zu werden] umso grösser sind, je mehr Unterstützungg sie erhalten und je mehr sie Schritt für Schritt entlassen werden."

Winkel bezeichnete es als besonders, dass etwa 50 Prozent der Insassen isländischer Gefängnisse wegen Sexualstraftaten oder Rauschgiftdelikten inhaftiert worden seien. Zufrieden äusserte er sich darüber, dass der Anteil an ausländischen Gefangenen in Island um 20 Prozent gefallen sei.

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