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Der Polizist ohne Wache

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Der Polizist ohne Wache

Police

Photo: Páll Stefánsson.

Das Städtchen Seyðisfjörður hat einen diensthabenden Polizisten zugeteilt bekommen, aber weder eine Polizeiwache noch ein ausgewiesenes Dienstfahrzeug für ihn. Der Polizist war in die Stadt berufen worden, nachdem die europäische Grenzbehörde Frontex einen Polizeibeamten angemahnt hatte. Seyðisfjörður gilt als Grenzort, weil dort die Fähre nach Dänemark anlegt.

Jens Hilmarsson ist nun als Polizist in Seyðisfjörur tätig, seine Dienste hat er in den vergangenen Wochen in einem Mietwagen versehen. “Ja, wir haben hier nichts zur Verfügung. Ich bin in diesem Auto die letzten Wochen unterwegs gewesen. Aber da soll nun ein Polizeifahrzeug kommen, sicher im nächsten Monat.” sagte er RÚV.

Jens' Büro befindet sich im Zollhaus, dort befasst er sich nun in einem Raum von der Grösse einer Besenkammer mit Verbrechern. “Das hier war mal ein Pausenraum, etwa sieben Quadratmeter gross, wo wir Platz fanden. Das geht natürlich gar nicht und auch nicht in Zukunft, und es wird darauf hin gearbeitet, dass wir in eine bessere Behausung finden. Bald.” hofft Jens.

Die alte Polizeistation von Seyðisfjörður ist geschlossen worden, in dem Haus befindet sich heute eine Filiale des staatlichen Alkoholladens Vinbúðin.

Neusten Plänen zufolge sollen Polizei, Zoll und Hafenbehörde in einem gemeinsamen Haus am Hafen untergebracht werden.

Als es in Seyðisfjörður keinen Polizisten gab, kümmerte sich die Polizeiwache von Egilsstaðir um Recht und Ordnung in dem Hafenstädtchen. Doch die Zeiten haben sich geändert, und bald soll Jens nun einen Kollegen erhalten.

Nicht nur die Grenzkontrolle obliegt dem Beamten, auch etwa 70 Kreuzfahrtschiffe legen jedes Jahr in Seyðisfjörður an, dazu kommt das Kulturfestival LungA im Sommer, welches junge Menschen und feierfreudige Gäste anzieht.

“In diesem Haus gibt es natürlich keine Zellen, und man kann auch keine Betrunkenen ausschlafen lassen, oder sowas. Wir mussten solche Leute immer nach Egilsstaðir verlegen, mit dem dazugehörigen Transport.” erzählt Jens Hilmarsson. “Das sind keine Zustände für ein Open Air Festival."

Die Polizei in Ostisland, die Gemeinde Seyðisfjörður und das Justizministerium arbeiten derzeit daran, die Arbeitsbedingungen der örtlichen Polizei auf Vordermann zu bringen.

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