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Kündigungen stellen Bakkafjörður vor Probleme

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Kündigungen stellen Bakkafjörður vor Probleme

Bakkafjörður

Einsame Gegend: der Bakkafjörður. Photo: Páll Stefánsson.

Elf Mitarbeitern ist Ende Oktober im Gefrierhaus der Fischverarbeitungsfirma HB Grandi in Vopnafjörður gekündigt worden, berichtet RÚV. Die meisten der Beschäftigten waren ausländischer Herkunft und lebten im etwa 35 Kilometer entfernten Bakkafjörður. Dort war die Fischverarbeitung schon vor längerem geschlossen worden, und die Arbeiter hatten Jobs in Vopnafjörður gefunden.

Insgesamt sind im Gefrierhaus in Vopnafjörður um die 100 Mitarbeiter beschäftigt. Die Entlassungen in dem kleinen Ort entsprechen laut RÚV 5600 verlorenen Arbeitsplätzen in der Hauptstadt. Der zuständige Dachverband AFL hatte bei der Arbeitsbehörde angefragt, ob das Gesetz gegen Massenentlassungen greife, doch waren die Kündigungen im Einklang mit Gewerkschaft und Behörde erfolgt.

Im Bakkafjörður leben 70 Menschen. Elías Pétursson, der Bürgermeister der Gemeinde Langanesbyggð, sagte im Morgenmagazin auf Rás 2, dort gebe es nun eigentlich keinerlei Dienstleistungen mehr. Wenn man die vorhandenen Möglichkeiten nutzen wolle, um den Ort aufzubauen, müsse man Mindestleistungen für die Leute bereithalten und den Strassendienst verbessern. Es sei immer ein grosser Kampf, die öffentlichen Dienstleistungen in kleinen Gemeinden draussen auf dem Land aufrechtzuhalten.

Etwa 25 Prozent der Leute im Dorf hätten nun durch die Kündigungen bei HB Grandi ihren Arbeitsplatz verloren. “Das sind vor allem Leute mit ausländischen Wurzeln, aber die haben alle schon länger im Bakkafjörður gewohnt, haben dort Eigentum und sind Teil der Gemeinschaft.” Es sei schwer zu sagen, was nun komme, es gebe ja kaum etwas anderes, der Bakkafjörður selbst biete keine Arbeitsplätze. Es gebe auch keine Dienstleistungen am Ort.

“Die Schule ist wegen Schülermangels in 2017 geschlossen worden. Der Kindergarten hat sich nicht gerechnet. Der Laden ist vor zwei Jahren geschlossen worden. Es gibt keine Arztpraxis. Die Leute müssen für alles und jedes nach Þórshöfn oder nach Vopnafjörður fahren.”

Die meisten Kinder gehen in Vopnafjörður zur Schule, weil viele Eltern dort arbeiten, und die Strasse nach Þórhöfn im Winter nur schwer befahrbar ist.

Dennoch biete der Bakkafjörður allerlei Gelegenheiten, versichert der Bürgermeister. “Da sind gute Fischgründe, ein guter Hafen, wunderschöne Natur und damit natürlich grosse Chancen für den Fremdenverkehr. Aber um diese Chancen nutzen zu können, müssen die sozialen Dienstleistungen bereitgestellt werden, die wir für notwendig erachten, ob das nun Strassendienst ist, oder Mindestdienstleistungen.”

Eine Arbeitsgruppe befasst sich derzeit mit den Möglichkeiten für einen Aufbau des Ortes, und Elías wartet gespannt auf die Ergebnisse.

In Þórshöfn leben 400 Menschen, der Arbeitsmarkt ist in ruhigem Wasser. Grunddienste sichern die Bewohner ab. “Es gibt ein Geschäft, und eine Post, die beide täglich einige Stunden geöffnet haben, es gibt eine Bank und eine Praxis, aber es ist immer ein Kampf, diese Dienstleistungen am Leben zu erhalten.”

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