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Woher kommen die Islandspferde, die in der Weltmeisterschaft teilnehmen?

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Woher kommen die Islandspferde, die in der Weltmeisterschaft teilnehmen?

F: Bisher dachte ich, dass kein Islandpferd, das seine Heimat einmal verlassen hat, jemals wieder nach Island zurückkehren darf – aus Furcht, es könnte Krankheiten einschleppen.

Nun fand neulich in Berlin die „Islandpferde-Weltmeisterschaft“ statt. Handelte es sich denn dabei um „Islandpferde“, die gar nicht direkt aus Island kommen, sondern in anderen Ländern gezüchtet wurden? Bedeutet das dann weiter, dass aus Island selbst gar keine Pferde teilnehmen?

Mir ist das nicht ganz klar. Deshalb würde ich mich über eine Aufklärung freuen, die vielleicht auch für andere Leser der „Iceland Review“ von Interesse ist.

Friederika Priemer, Köln, Deutschland

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A: Die Islandpferde bei der Weltmeisterschaft stammen sowohl aus den teilnehmenden Ländern des Kontinents als auch aus Island. In diesem Jahr sind anlässlich der WM sechs Pferde für das isländische Team von der Insel exportiert worden.

Alle anderen Reiter des isländischen Teams reiten Pferde, die schon länger auf dem Kontinent sind, oder sogar dort gezogen wurden. Berühmtestes Beispiel ist die seinerzeit in Deutschland lebende Runa Einarsdóttir-Zingsheim, die für Island startete, jedoch auf dem in Deutschland gezüchteten Freyr vom Nordsternhof startete.

Das US-Team hat bis auf ein Pferd alle teilnehmenden Turnierpferde mit dem Flugzeug gebracht und wieder heimgeflogen. Solche Transporte sind im Großpferdesport gang und gäbe. Die kanadische Reiterin hat ein deutsches Pferd geliehen bekommen. Aus den übrigen Ländern kommen Pferde aus kontinentaler Zucht oder aus Island, die aber schon länger auf dem Kontinent stehen.

Im Pferdeexport für eine WM ist jahrelang ausprobiert worden, was für die Pferde am besten ist. Es stellte sich heraus, dass eine Verbringung der Tiere kurz vor dem Ereignis auf den Kontinent ihnen offenbar am wenigsten Stress verursacht. Die sechs Insel-Pferde der diesjährigen WM sind eine Woche zuvor mit dem Flugzeug nach Liège in Belgien gebracht und von dort aus nach Berlin gefahren worden.

Manchmal sind die Pferde schon vor der WM an neue Besitzer verkauft. Björk frá Enni und Smyrill frá Hrísum waren mit Ende der WM nach Schweden verkauft. Bei den anderen Importpferden sind Verkaufsgespräche noch im Gange.

Die Preise solcher Sportpferde können je nach Erfolg schnell sechsstellige Summen (in Kronen) erreichen.