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Schnuppertour durch den isländischen Norden

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Schnuppertour durch den isländischen Norden

Bericht und Fotos von Eygló Svala Arnarsdóttir.

In Nordisland, einem Gebiet, das sich vom Fjord Hrútafjördur im Westen bis zum Vopnafjördur im Osten erstreckt, gibt es viel mehr zu sehen und zu erleben, als man auf einer zweitägigen Bustour mitbekommen kann.

Auf Einladung des nordisländischen Marketingbüros reisten zwei Mitglieder der Redaktion der Iceland Review zusammen mit anderen Pressevertretern und Reiseveranstaltern nach Nordostisland, um eine Vorstellung zu bekommen, was die Region zu bieten hat.

Nach der Landung in Akureyri, der grösssten Stadt der Region, fuhr die Gruppe ostwärts ins Naturschutzgebiet Ásbyrgi. Die spektakulären Klippen haben die Sage angeregt, Ódinns achtfüssiges Pferd Sleipnir habe dort seinen Hufabdruck hinterlassen.

Das Informationszentrum Gljúfrastofa, das nun Teil des Vatnajökull Nationalparks ist, zeigt eine sehr interessante Ausstellung über Flora, Fauna, Geologie, Naturwunder und Geschichte der Besiedlung. Auch geheimnisvolle Objekte, wie zum Beispiel Gewölle von Falken, werden ausgestellt.

Was in anderen Museen verboten ist, darf man in Gljúfrastofa: Besucher werden ausdrücklich ermutigt, die Ausstellungsstücke zu betasten und zu beriechen (wonach riecht das Heidekraut?) und verschiedene Rätsel zu lösen, welche Eier etwa zu welcher Vogelart gehören.

Weiter ging es zum idyllischen Hafenort Húsavík, Islands Hauptstadt der Walbeobachtung. Hier ziehen drei Museen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Neben dem informativen Walmuseum und dem Bezirksmuseum gibt es in Húsavík das weltbekannte Phallusmuseum.

Das ist praktisch, denn wenn sich die Leute im Walmuseum beim Betrachten des grossen Walskelettes fragen, wie ein Walpenis aussieht, erhalten sie im Phallusmuseum gleich die Antwort. Das Museum führt Exemplare von Penissen aller isländischen Säugetierarten. Noch fehlt das Glied eines isländischen Mannes, aber ein Exemplar ist bereits angekündigt.

Man irrt sich, wenn man denkt, das Bezirksmuseum sei zu konventionell im Vergleich zu den anderen beiden und lohne keinen Besuch. Es stellt verschiedene Objekte und präparierte Tiere aus, die Teil des Lebens der Menschen aus der Region waren und erzählt ihre Geschichte in ihren eigenen Worten.

Der gefrorene See Mývatn – ein atemberaubendes Winterwunderland – ist der nächste Stop. An den Ufern des Sees, der für seine reiche Vogelwelt berühmt ist, liegt das umfangreiche und preisgekrönte Sigurgeir-Vogelmuseum, das ebenfalls einen Besuch wert ist.

Vogelbeobachtung wird immer beliebter unter Touristen und im nächsten Sommer werden Vogelbeobachtungswege von verschiedenen Längen durch die Nordregion angelegt.

Obwohl das beliebte Touristenziel, die Lavafelder Dimmuborgir, vielleicht am besten bei Tag besichtigt werden sollten, bot die Dunkelheit einer klaren Nacht eine einzigartige Gelegenheit Millionen funkelnder Sterne zu betrachten. Danach war ein kurzes Entspannungsbad im Thermalbad „Jardbödin“ eine feine Sache.

Am nächsten Tag fuhr der Bus die Reisenden entlang der Westseite des Fjordes Eyjafjördur nach Akureyri, passsierte die Orte Dalvík und Ólafsfjördur, bevor er sein Ziel Siglufjördur auf der Trollhalbinsel durch den neu erbauten Tunnel erreichte.

Tatsächlich sind es zwei Tunnel, denn sie öffnen sich im Hédinsfjördur. Der unbewohnte Fjord galt als das am besten gehütete Geheimnis der Halbinsel, da er nur zu Fuss oder per Boot erreichbar war. Nun ist Hédinsfjördur offen für alle, die den friedvollen, engen, von hohen Bergen umgrenzten Fjord geniessen wollen.

In Siglufjördur sind die Bewohner optimistisch, dass der neue Tunnel einen Zustrom von Besuchern bringen wird und den Fischerort mit seinen 1.400 Einwohnern wieder so lebendig und geschäftig werden lässt, wie in den 1950er Jahren, als der Herings-Goldrausch seinen Höhepunkt erreichte.

Das Heringsmuseum der Stadt zeugt von der Wachstumsperiode der Stadt, als das „Silber des Meeres“ Siglufjördur in einigen Teilen der Welt bekannter machte als Islands Hauptstadt. Der Ort geriet in Vergessenheit, als der Hering aufgrund der Überfischung verschwand.

Zurück am Flughafen von Akureyri versuchten die abgekämpften, aber zufriedenen Reisenden ihre Erfahrungen mit der kurzen Schnuppertour zusammenzufassen. Eines ist gewiss: Der nächste Ausflug nach Nordisland wird länger und eingehender.

bv

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