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Schulfach „Island“ (gab)

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gabi_dlNassig ist ein Teilort von Wertheim, der nordöstlichsten Stadt Baden-Württembergs im Südwesten von Deutschland. Ganz schön weit entfernt von Island, möchte man meinen. Doch genau das hat sich nun geändert, zumindest für die Grundschüler des 1.500-Seelen-Ortes.

Einmal im Jahr finden an der Grundschule Nassig Projekttage statt. Das Thema diesmal lautete „Unterwegs in Europa“.

Referendarin Susann Schmiedl wählte Island als „Reiseland“ für ihre Gruppe mit Kindern der ersten bis vierten Klassen. „Die Schüler konnten sich ihr Wunschland aussuchen und verbrachten dann sozusagen die kompletten drei Tage dort; am Donnerstag fand dann nachmittags eine Präsentation statt“, erinnert sich Schmiedl an die Projektwoche im Juni.

Die Schüler wälzten Informationsblätter, Bücher und Broschüren, malten, bastelten, experimentierten und kochten – und lernten dabei ganz nebenbei auch eine ganze Menge über Island.

tuerschild

„Tuerschild“

Montags malten einige Kinder ein grosses Begrüssungsschild mit Bildern, sowie der Begrüssungsformel Gódan daginn (dt.: Guten Tag) für ihre Klassenzimmertür. „Wenn man hereinkommt, weiss jeder, dass er bei Island ist“, erklärten sie.

Andere recherchierten und bastelten einen riesengrossen Island-Steckbrief mit vielen wissenswerten Informationen über Island.

steckbrief

„Steckbrief“

Einige zeichneten eine Europakarte. Island war darauf besonders hervorgehoben, genau wie Deutschland. Auch mit der isländischen Flagge beschäftigten sich Kinder und malten sie auf ein weisses Laken. Bis zum nächsten Tag dauerte es, bis die grosse Fahne fertig gestellt war.

flagge

„Flagge“

„Dann haben wir Figuren aus Ton gemacht“, so die Schüler. Robben etwa. „Und wir haben isländisch gefrühstückt“, erzählten sie weiter. „Es gab Caro-Kaffee und Tee und Haferflocken mit Milch und Toast mit Marmelade oder Honig.“ Nach dem gemeinsamen Mahl „haben wir angefangen, Kostüme zu basteln: zwei Elfen- und zwei Trollkostüme“.

robben

„Robben“

Die Zeit schien nur so dahinzurasen, und schon am Mittwoch war es für die Projektteilnehmer an der Zeit, sich zu überlegen, „was wir bei der Präsentation am Donnerstag vorführen wollten, und wir bereiteten noch viele Sachen vor“, so die Schüler.

Ein zweites Begrüssungsschild etwa, schliesslich hatte der Raum zwei Türen. Auch am Tag zuvor gebastelte Knetfiguren wurden bunt angemalt. Und die Elfen- und Trollkostüme erhielten den letzten Schliff.

Nach dem ausgedehnten Vorbereiten, Fertigstellen und Planen wartete ein besonderer Höhepunkt auf die Kinder: Alle bauten zusammen einen Vulkan. „Wir nahmen eine leere kleine Wasserflasche“, berichteten die Schüler, „dort kam Königsnatron hinein. Als nächstes machten wir eine Mischung aus Erde und Sand vulkanförmig um die Flasche. Anschliessend wurde roter Farbstoff in den Essig getan und das Gemisch kräftig geschüttelt. Schliesslich taten wir die Flüssigkeit in die Flasche. Es sprudelte und blubberte aus der Trinköffnung heraus - es war ein Vulkan!“

vulkanausbruch

„Vulkan“. Alle Fotos von Susann Schmiedl.

Donnerstags mussten die Kinder morgens schon wieder ganz normal die Schulbank drücken, aber nachmittags fand eine Präsentation der Projekttag-Länder statt. „Es war für alle Interessierten geöffnet“, so Schmiedl, „die anderen Schüler der Schule kamen und sehr viele Eltern, auch Grosseltern und Geschwister haben sich die Projekte angeschaut.“

Neben einer Ausstellung „hat jede Gruppe etwas Kulinarisches aus ihrem Land bereitgestellt“, berichtete die Referendarin. Die Island-Kinder boten Kakaosuppe, Toast und Tee an, kredenzt von den Elfen und Trollen.

Auch der Vulkan, den die Kinder am Vortag ausbrechen liessen, konnte bestaunt werden. Klar, dass die Schüler sämtliche von den Gästen gestellte Fragen mit Bravour beantworten konnten.

Zwei Mädchen hatten zudem ein Experiment zum Thema Gletscherschmelze vorbereitet, das sie bei der Präsentation vorführten. „Sie haben Eiswürfel mit einem Fön aufgetaut und das Wasser in einer Schale aufgefangen“, so Schmiedl.

Island als Schulfach, da haben „die Schüler viele eigene Ideen mit eingebracht“, freute sich die Referendarin rückblickend.

Gabriele Schneider – [email protected]www.Hausbucht.de

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