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Gescheiterter Versuch eines bebilderten Jahresrückblicks (bv)

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bernhild_dlFrohes Neues Jahr, liebe Leserinnen und Leser! Eigentlich wollte ich Ihnen mit einem bunten Rückblick mein Islandjahr 2011 vor Augen führen. Viele Fotos, wenig Text. Als ich jedoch begann meine Fotosammlung durchzusehen, wurde mir schnell klar, das war keine kluge Idee.

Mitte Januar 2011 hatte mich ein Flugzeug nach Island gebracht, das lustigerweise den Namen des Vulkans trug, der sich als größter Flugverkehrsbehinderer aller Zeiten erwiesen hatte. Das war schon ein erstes Foto wert.

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In Reykjavík lag Schnee, nicht viel, aber so viel, um die Stadt, die ich bisher nur zwischen April und Oktober kennengelernt hatte, in ein ganz neues Licht zu setzen.

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Schnee an sich, die reine weiße Fläche, macht das Fotografieren schwierig – zumindest für Laien wie mich. Mittagssonne auf den verschneiten Dyrfjöll-Bergen in Ostisland, da hatte im April 2007 der Sensor verrückt gespielt. Inzwischen habe ich eine andere Kamera. Doch ich denke, mehr als auf die Belichtung kommt es auf die Beleuchtung an.

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Im Januar steht die Sonne in Island so tief und verbreitet auch auf Schnee ein solch schönes Licht, dass es einem wunderbar warm ums Herz wird, auch wenn sie objektiv gesehen keine nennenswerte Wärme ausstrahlt.

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Und weil der Tag so kurz ist, nimmt man die Stunden des Lichts viel intensiver wahr und registriert jeden Versuch des Himmelskörpers, die Wolken zu durchdringen.

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Ich lief am Strand von Laugarnes im Osten Reykjavíks umher, beobachtete das ständig wechselnde Schauspiel, das Sonne, Wind und Wolken aufführten, und geriet in einen Fotografierrausch. Wohl wissend, dass ein Objektiv nicht das menschliche Auge ersetzen kann.

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Doch fürs digitale Knipsen genügt oft ein Seitenblick aufs Display. Nicht, dass die Fotos dadurch besser werden – aber seit mich kein Tunnelblick durch einen Sucher mehr am Sehen und Erleben hindert, macht mir das Fotografieren Freude.

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Die Kameradaten haben es getreu verzeichnet: Der Strandspaziergang am 17. Januar 2011 dauerte nicht einmal eine Stunde. Auf dem Rückweg, kurz nach 14 Uhr machte sich schon Abendstimmung bemerkbar. Sechs von etwa 40 Fotos, die in dieser Stunde entstanden sind, habe ich hier ausgewählt. So schafft man wahrlich keinen Jahresrückblick!

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Carpe Diem! Dies Motto gilt für Island ganz besonders. Der nächste Tag präsentierte sich sonnenarm, aber noch eisig. Dann war es mit der weißen Pracht vorbei. Doch auch regnerisches Schmuddelwetter ist gelegentlich ganz schön fotogen.

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Als ich Mitte Februar nach einigen Wochen in Islands Norden wieder nach Reykjavík zurückkam, war irgendein Tjörnin-Geist am Werke, der Farb- in Schwarz-Weiß-Fotos verwandelte.

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Für die Zeit in Nordisland kann ich auf die mit zahlreichen Fotos versehenen Mein Island-Beiträge „Unter Kühen“, „Bjarni und der Abenteuertunnel“ und vor allem auch auf die Bilder aus Siglufjörður in „Vom Gold und vom Silber“ verweisen.

Von meiner Maireise durch Island gäbe es einiges nachzutragen, aber außer einer Reportageüber Egilsstaðir und einem ostisländischen Kulturbericht („Vampire im Schlachthaus“) habe ich nicht viel zustande gebracht.

Eigentlich wollte ich Sie auch zum verschneiten Mývatn mitnehmen, zu neugeborenen Lämmern und Ascheresten des Grímsvötn-Ausbruchs im Süden und in abgelegene Tälern in Westisland, die ich erstmals mit einem Leihwagen erkundet hatte.

Doch als ich im Juni zurückkam, stand das Sagenhafte Island im Vordergrund. Es gab so vieles zu berichten, so viele Bücher zu lesen und Veranstaltungen zu besuchen. Und dann folgten die unvergesslichen Tage der Frankfurter Buchmesse.

Einen Überblick über all unsere Berichte zum Sagenhaften Jahr 2011 bietet das PDF, das Sie in der Rubrik „Kulturblick“ unter der Überschrift „Wir besprechen das Sagenhafte Island!“ finden. Es wird immer mal wieder aktualisiert, denn mit den Besprechungen geht es weiter – allerdings nun etwas gemächlicher.

Bernhild Vögel – [email protected]www.birdstage.net

Die in dieser Rubrik veröffentlichten Beiträge geben nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.