Vom Gold und vom Silber (bv)

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bernhild_dlVon oben sieht Siglufjördur aus wie ein Spielzeugdorf mit seinen schneebestäubten blauen und roten Dächern, mit Miniaturautos und winzigen Menschenfiguren.

Kann nur ein Zwergenort sein. Hinter den sieben Bergen bei den einhundertsiebenundsiebzig mal sieben Zwergen. Durch die Trollberge haben sie Stollen getrieben, haben Tunnel gegraben bis hin zu verwunschenen Orten. Wo sie Gold und Silber horten.

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Spuren im Schnee, sieben Zwergenstiefel mit den Spitzen bergan. Kommen sie je zurück?

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Schneewittchen ist sterbensmüd, aber sie mag nicht im Bettchen liegen, ist hoch in die Berge gestiegen. Dort wo Frau Holle wohnt und Prinz Frost regiert. Wo rastet du, Schneeverwehte?

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Das Gold der Sonne lockt, der Sonne, die so viele Monde nicht hinter die Berge sah.

Gold, mühsam geschürft, Sonnengold, mit nichts aufzuwiegen.

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Oben am Mast stehst du, begrüsst die Sonne als erste, blickst auf die Wasser vom Schiffsmastfjord, die Schatten vom Zwergenort.

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Dort unten, hinter Glas und Samt, malen drei Frauen Gold auf das schneeweisse Porzellan. Auch Blau, auch Rot, im feinsten Pinsel aber ist Sonnengold. Weit hergeholt.

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Der Uhrmacher ist in die Berge gegangen, neues Gold holen. Vor langer, langer Zeit schon. In der Werkstatt unter dem güldenen Haus ticken die Uhren aus.

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Im Morgendämmer landet ein Schiff an, goldglänzend, mit Silber beladen.

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Blutendes Silber. Ein Trog nur oder zwei, drei.

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Erschöpft sind die Adern des Meeres und die Zeiten, als Silberflotten im Hafen lagen, bei weitem.

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Text und Fotos: Bernhild Vögel – ice@birdstage.net

www.birdstage.net

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