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Ausgefragt… Thórarinn Leifsson!

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Ausgefragt… Thórarinn Leifsson!

Als kleinen Vorgeschmack auf die Frankfurter Buchmesse möchten wir Ihnen ab heute in loser Folge einige isländische Autoren vorstellen und diese dabei selbst zu Wort kommen lassen.

Wir beginnen unsere kleine Serie mit dem 1966 geborenen Schriftsteller und Illustrator Thórarinn Leifsson.

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Thórarinn Leifsson, gibt es einen Schriftsteller, der Dich geprägt hat oder der Dich inspiriert (hat)?

Thórarinn Leifsson: Ja, einige: Roald Dahl, Michael Ende, Michail Bulgakow, Astrid Lindgren, Ole Lund Kirkegaard, Tom Kristensen, Charles Bukowski, Paul Auster, Jóhannes Birkiland, Fjodor Dostojewski.

Welchen Schriftsteller bewunderst Du heute?

Thórarinn Leifsson: Alle und jeden.

Gibt es ein Buch eines anderen Schriftstellers, von dem Du Dir wünschst, Du hättest es selbst geschrieben?

Thórarinn Leifsson: „Der Meister und Margarita“ von Michail Bulgakow.

Wie alt warst Du, als Du Dein erstes Buch geschrieben hast? Und wie alt, als Dein erstes Buch veröffentlicht wurde?

Thórarinn Leifsson: 40 und 41 Jahre.

Zu welcher Tageszeit schreibst du am liebsten?

Thórarinn Leifsson: Immer. Und jeden Tag.

Wo schreibst Du bevorzugt?

Thórarinn Leifsson: Im Wohnzimmer.

Hast Du beim Schreiben bestimmte Rituale?

Thórarinn Leifsson: Nein, nicht wirklich.

Welches Buch liest Du gerade?

Thórarinn Leifsson: „Der alte Mann und das Meer” von Ernest Hemingway.

Sammelst Du Bücher zu bestimmten Themen?

Thórarinn Leifsson: Nein.

Kannst Du Bücher wegwerfen?

Thórarinn Leifsson: Ja… aber es fällt mir sehr schwer.

Was war als Kind Dein Traumberuf?

Thórarinn Leifsson: Wahlweise Pirat oder Indianer.

Was denkst Du, würdest Du heute arbeiten, wenn Du kein Schriftsteller wärst?

Thórarinn Leifsson: Ich würde als Web-Designer arbeiten – in meinem früheren Beruf.

Welches Buch möchtest du niemals im Regal stehen haben?

Thórarinn Leifsson: „The Secret“ (von Rhonda Byrnes, Anm. d. Red.).

Welches ist Dein Lieblingswort?

Thórarinn Leifsson: PDF, die Kurzform von Portable Document File, dem Dateiformat, in dem ich meine Texte zum Verlag sende.

Gibt es ein Buch, von dem Du Dir wünschst, Du hättest es nie geschrieben?

Thórarinn Leifsson: Nein.

Was planst Du als nächstes?

Thórarinn Leifsson: Ein Buch über mich selbst als Jugendlichen und Strassenmaler in der Achtzigern.

(Anm. d. Red.: Das autobiografische Werk „The Street Painter“ (dt.: der Strassenmaler) erscheint im Oktober 2011 in Island).

Was war Dein Lieblingsbuch in der Kindheit?

Thórarinn Leifsson: „Der brave Soldat Schwejk“ von Jaroslav Hašek.

Welche drei Eigenschaften sollte ein Schriftsteller unbedingt besitzen?

Thórarinn Leifsson: Geduld, die Fähigkeit zur Selbstkritik und Liebe.

Möchtest Du unseren Lesern noch etwas mitteilen?

Thórarinn Leifsson: Strebt nach Frieden in der Welt!

ausgefragt_papas-geheimnisIm Kinderbuchverlag LeiV, Leipzig, ist Thórarinn Leifssons wunderschönes und spannendes Kinderbuch „Papas Geheimnis“ (Originaltitel: „Leyndarmálid hans pabba“) auf Deutsch erschienen (ISBN 978-3-89603-309-3, € 9,90).

Auch alle Bilder im Buch stammen vom Schriftsteller selbst. Thórarinn Leifsson hat bereits zahlreiche Bücher illustriert, darunter Märchen von Hans Christian Andersen. Ins Deutsche übersetzt wurde ausschliesslich „Papas Geheimnis“ (Hartmut Mittelstädt).

„Ein Buch für Kinder, die Probleme mit ihren Eltern haben“, besagt der Klappentext von „Papas Geheimnis“. Und das ist es auch, aber eben noch viel mehr. Nämlich auch ein Buch für Eltern, die Probleme mit den lieben Kleinen – oder mit sich selbst und dem eigenen Leben – haben.

Und ein Buch für alle Menschen, die sich ohne schulmeisterlich erhobenen Zeigefinger den Spiegel vorhalten lassen. Und natürlich und vor allem ein Buch für alle Kleinen und Grossen, die sich von einer packenden Geschichte prächtig unterhalten lassen wollen und dazu (ausdrucks-)starke Bilder anschauen möchten.

„Bókasafn ömmu Huldar“ (dt.: Oma Hulds Bibliothek), Leifssons neuestes Kinderbuch, für das er mit dem Literaturpreis der Stadt Reykjavík ausgezeichnet wurde, ist ebenfalls noch nicht in deutscher Sprache erschienen.

Gemeinsam mit Schriftstellerkollegin und Ehefrau Audur Jónsdóttir schrieb und zeichnete er das Kinderbuch „Algjört frelsi“ (dt.: Absolute Freiheit), das 2001 in Island erschien, zum zweitbesten Kinderbuch gekürt, aber nie in irgendeine andere Sprache übersetzt wurde.

Das Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main zeigt ab 22. September die Ausstellung „Randscharf. Design in Island” mit 100 Ausstellungsstücken aus den verschiedensten Gestaltungsbereichen des Designs. „Papas Geheimnis“ („Leyndarmálid hans pabba“) und „Bókasafn ömmu Huldar“ werden die einzigen Bücher sein, die die Ausstellung zeigt.

Die nächste Folge von „Ausgefragt…!“ beschäftigt sich mit der Schriftstellerin Audur Jónsdóttir.

Gabriele Schneider – [email protected]www.Hausbucht.de

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