Die grossen Schwestern haben Prostitution in Island im Visir

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Die grossen Schwestern haben Prostitution in Island im Visir

Eine neue Untergrundbewegung mit dem Namen „Stóra systir“ (Grosse Schwester) hat der Reykjavíker Polizei eine Liste mit 56 Namen, 117 Telefonnummern und 29 emails von Männern übergeben, die ihr Interesse bekundet haben, Dienste von Prostituierten über die drei Webseiten einkamal.is, mypurplerabbit.com und raudatorgid.is in Anspruch nehmen zu wollen. Sie hatten sich auch auf Werbeanzeigen für „Massagen“ in Tageszeitungen gemeldet.

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Themenfoto: Páll Strefánsson.

Die Bewegung möchte klarmachen, dass die isländische Gesetzgebung zu Prostitution und Menschenhandel verbessert werden muss (derzeit wird nur der Freier bestraft, nicht aber die Prostituierte). Bei der Pressekonferenz am Dienstag im Idnó in Reykjavík trug die Vertreterin der Bewegung Mantel, Hut und Maske, um anonym zu bleiben, berichtet das Morgunbladid.

Die Grossen Schwestern präsentierten die Liste nach drei Wochen intensiver Recherche. Sie hatten sich entschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, nachdem die Polizei behauptet hatte, weder die technischen Mittel noch das Personal zu besitzen um Prostitution bekämpfen zu können. Prostitution sei in Island auf dem Vormarsch, obwohl sie illegal ist.

„Wir haben einfach Werbeanzeigen auf einkamal.is und in den Massagerubriken der Zeitungen geschaltet und am Anfang nur die Reaktionen beobachtet,“ sagte die Sprecherin der Schwestern. „Die Nachfrage war unerwartet hoch und so haben wir unser Engagement auf Rauda Torgid und Purple Rabbit ausgedehnt.“

In einer Nacht loggten sich alle Grossen Schwestern bei einkamal.is ein und baten ihre Kontaktpartner, sich mit ihnen ausserhalb von ATM am städtischen Busbahnhof Mjódd zu treffen. Erkennungsmerkmal sollte ein Exemplar der Zeitung Fréttabladid sein. Dass die Männer am Treffpunkt beobachtet wurden, verrieten sie nicht.

Am Dienstag bei der Pressekonferenz spielten sie ein ähnliches Spiel. Diesmal war es eine „Modell Agentur“, die zur selben Zeit im Idnó eine Party veranstalten würde. Immerhin ein Mann fragte, ob er auf der Party ein Mädchen kaufen könne.

Auch wenn die Freier ihre Identität zu verbergen versuchen, seien ihre Fähigkeiten am Computer nicht immer gross und es sei in der Regel einfach gewesen, ihre Namen herauszufinden.

„Das was wir machen, können wir gut und wir haben Unterstützung, etwa durch Frauen, die in der Prostituiertenszene unterwegs waren,“ sagte die Sprecherin. Diese Frauen würden sie alles über die Sprache der Branche lehren.

Bei der Pressekonferenz wurden auch Gesprächsmitschnitte vorgestellt, die Schwestern mit Freiern aufgenommen hatten. In einem Mitschnitt hört man einen 48-Jährigen, der eine Frau, die sein Interesse geweckt hat, für 15 Jahre hält.

Die Bewegung verlangt, dass etwas geschehen muss. Als erstes müssten vorhandene Gesetze befolgt werden. Sie fordern die Schliessung von Webseiten wie einkamal.is und von Pornoclubs sowie ein Verbot für Werbung von Prostituierten in den Medien.

Niemand sei mehr sicher. Die Grossen Schwestern seien überall, warnte die Sprecherin.

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DT