Hohe Arbeitslosigkeit unter polnischen Mitbürgern

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Hohe Arbeitslosigkeit unter polnischen Mitbürgern

In einer Umfrage der Gewerkschaft Efling waren Beschäftigungslose wie neu eingestellte Mitglieder gebeten worden, einen Fragebogen auszufüllen, der sich mit ihrer derzeitigen oder zurückliegenden Arbeitslosigkeit befasst. Der Fragebogen konnte in Polnisch oder in Isländisch ausgefüllt werden.

 

Die Studie förderte nun zutage, dass viele der Befragten Arbeit durch Freunde oder Familie gefunden hatten.  Die Hälfte aller Befragten war durch familiäres Engagement zu Arbeit gekommen, während nur ein Drittel der Frauen Arbeit durch persönliche Beziehungen gefunden hatte. RÚV.is schreibt, dass die nationale Arbeitsvermittlung Vinnumálastofnun nur sechs Prozent der Befragten zu einem Arbeitsplatz verholfen hat.

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Baustelle in Reykjavík. Foto: Bernhild Vögel.

Ein Viertel der 2.700 polnischen Mitbürger innerhalb der Gewerkschaft sind ohne Beschäftigung, und viele von ihnen schieben das auf die Sprachbarriere. Nur 13 Prozent der registrierten polnischen Arbeiter sind in der Lage, in Isländisch zu kommunizieren. Drei von vier glauben, sie würden eher Arbeit finden, wenn sie besser Isländisch könnten.

64 Prozent der polnischen Arbeiter innerhalb der Gewerkschaft hatten durch Hilfe von Freunden oder Familie Arbeit gefunden – und aber nur 29 Prozent der isländischen Arbeitnehmer. Ein Drittel der isländischen Arbeitssuchenden innerhalb der Gewerkschaft nutzt persönliche Beziehungen bei der Jobsuche, berichtet mbl.is.

Insgesamt fanden 40 Prozent der Arbeiter ihren Job durch Freunde und Familie, und 23 Prozent durch Jobinserate. Inserate sind bei Frauen populärer - 28 Prozent der Frauen nutzten sie bei der Jobsuche, und nur 15 Prozent der Männer. Von den polnischen Arbeitnehmern wurden die Inserate nur von 8,5 aller Suchenden genutzt.

Die Arbeitslosenrate liegt in Island derzeit bei 7,2 Prozent. Eine große Anzahl ausländischer Mitbürger ist ohne Beschäftigung, etwa die Hälfte aller registrierten Arbeitslosen. Von diesen ist ein Großteil polnischer Herkunft. 13,4 Prozent aller Mitglied der Gewerkschaft Efling suchen derzeit nach einer Anstellung, schreibt mbl.is.

Die Umfrage zeigte auch, dass Isländer generell optimistischer seien, innerhalb der kommenden drei Monate Arbeit zu finden. 29 Prozent der Isländer seien sich da sicher, wohingegen nur 15,8 Prozent der polnischen Arbeitssuchenden in Island den Optimismus teilten.

83 Prozent aller befragten Isländer waren in der Lage eine Konversation in Englisch zu bestreiten, jedoch nur 13 Prozent aller polnischen Gewerkschaftsmitglieder.

Zwei von fünf Arbeitnehmern, die nach einer Phase der Arbeitslosigkeit nun eingestellt worden sind, oder 39 Prozent, arbeiten jetzt in einem anderen Sektor. Insgesamt arbeiten 44 Prozent aller Isländer in einem anderen Sektor. Generell bewerben sich Isländer für mehr Jobs als Polen. Die Sprachbarriere mag da eine große Rolle spielen.

60 Prozent aller Neueingestellten fühlen sich in ihren neuen Jobs wohler als in den alten. Die Umfrage zeigte auch, dass etwa 60 Prozent der Arbeiter niemals professionelle Hilfe bei der Arbeitssuche in Anspruch genommen hat. Bei den polnischen Arbeitern hatten sich 75 Prozent nicht um professionelle Hilfe bemüht.

Die Teilnehmer wurden auch gefragt, ob sie nach ihrer Entlassung aus dem letzten Beschäftigungsverhältnis Hilfe gesucht hätten. Nur 74 Prozent aller Isländer und 81 Prozent aller polnischen Arbeiter hatten dies getan.

Mehr als die Hälfte aller Arbeitgeber antwortet nicht oder nur schleppend auf Bewerbungen. Diese Zahl basiert auf den Erfahrungen der in der Studie Befragten, und Efling fordert Arbeitgeber auf, hier mehr für die Leute zu tun, schreibt mbl.is.

Die größte Überraschung jedoch ist, wie wenig Stellen mit Hilfe der nationalen Arbeitsvermittlung gefunden wurden.

DT