Grundschüler besuchen Partnerschule in Island

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Grundschüler besuchen Partnerschule in Island

Seit einer Woche zählt der zehnjährige Noah: Noch dreimal muss er schlafen, bevor die große Reise beginnt. Von Gengenbach im Schwarzwald nach Garðabær in Island.

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Die zehn Mädchen und vier Jungen sind gut vorbereitet. Foto: Karin Alst.

Alle 14 Kinder aus der dritten und vierten Klasse der Geschwister-Scholl-Grundschule, Außenstelle Strohbach, sind aufgeregt. Und die zwei Lehrerinnen, die sich eine Studentin als Verstärkung mitnehmen, ebenfalls. Am Montag geht es vom Frankfurter Flugplatz mit Icelandair nach Keflavík. Dort wird ein Minibus die Gruppe in ein Gästehaus in Hafnarfjörður bringen. Am Dienstag werden sie in ihrer Partnerschule, der Sjálandsskóli in Garðabær erwartet.

„Das ist eine ganz besondere Schule. Sie hat keine Klassenzimmer und jeden Tag macht eine andere Klasse eine Outdoor-Aktivität, so dass sie eigentlich nie komplett belegt ist“, berichtet Angelika Stelzer.

Die Lehrerin ist Comenius-Koordinatorin der Gengenbacher Grundschule, die aus vier Teilschulen besteht. Das 1995 von der EU ins Leben gerufene Comenius-Programm fördert die Zusammenarbeit von Schulen in Europa und die Mobilität von Schülern und Lehrern.

In dem aktuellen zweijährigen Projekt „Fit for Europe – fit for life“ arbeitet die Schule mit fünf europäischen Partnerschulen zusammen (Italien/Venedig, Spanien/Málaga, Frankreich/Normandie/St. Sever, UK/Leeds und Island/Garðabær. Gesunde Ernährung, Kochen und der Austausch von Rezepten stehen in diesem Schuljahr auf dem gemeinsamen Comenius-Stundenplan. Im Vorjahr besuchten Kinder aus der Teilschule Reichenbach die Partnerschule in der Normandie.

„Es ist in der Grundschule nicht immer leicht, die Eltern davon zu überzeugen, dass diese Fahrten eine einmalige Chance sind, ein anderes Land und die Menschen kennen zu lernen. Meist sind es die Mamas, die finden, dass ihre Tochter/ihr Sohn noch zu jung für so eine weite Reise ohne Eltern sind“, sagt Angelika Stelzer.

Doch Ende letzten Jahres forderten die Eltern der Teilschule Strohbach, auch ihre Kinder sollten die Möglichkeit bekommen, eine der Partnerklassen kennenzulernen. So sehr sich die Koordinatorin über den Elternwunsch freute, musste sie doch erklären, dass die Comenius-Mittel für solche Reisen nahezu ausgeschöpft waren.

Die Eltern ließen sich dennoch nicht entmutigen und gingen in der Vorweihnachtszeit auf Sponsorensuche. So erfolgreich, dass sie – mit einem gerade noch tragbaren Eigenanteil von 275 Euro – ihre Kinder auf die fünftägige große Reise nach Island schicken können.

Eine zweite Hürde war zu nehmen. Neben dem in grenznahen Gemeinden obligatorischen Französischunterricht nehmen die besonders ins Comenius-Projekt eingebundenen Klassen zwar an einer Englisch-AG teil, nicht aber die Strohbacher Kinder. Auch hier schufen die Eltern rasch Abhilfe und organisierten einen Privatunterricht.

So konnten die Kinder schon in zwei Videokonferenzen mit ihrer Partnerklasse von der Sjálandsskóli Kontakt aufnehmen. Zur Vorbereitung nutzten sie unter anderem auch Bücher der IR-Mitarbeiterinnen Gabriele Schneider („Das Island-Reisebuch für Kinder“) und Bernhild Vögel („Der Schleier der schwarzen Elfin“).

Die 14 Islandreisenden sind eingeladen, nach ihrer Reise in der Iceland Review-Kolumne  „Mein Island“ über ihre Erlebnisse zu berichten.

bv