Reiselustige Wikingermäuse

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Reiselustige Wikingermäuse

Laut den Ergebnissen einer Studie von Studenten der Universität von Uppsala, Schweden, und anderer Institutionen, bereisten Mäuse vor rund tausend Jahren fast ebenso viele Länder wie die norwegischen Wikinger. Die Ergebnisse wurden kürzlich in der Zeitschrift BMC Evolutionary Biology veröffentlicht.

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Reisefreudige isländische Maus Maximus Musikus in der Leipziger Oper. Foto: bv.

Die Studie untersuchte die DNA heute in Island und Grönland lebender Mäuse und verglich diese mit DNA aus Skeletten norwegischer Mäuse aus der Wikingerzeit. „Wir zeigen, dass sie den ganzen Weg bis Grönland geschafft haben”, sagt Elenor Jones von der Universität Uppsala, die die Studie leitet.

Die Untersuchung zeigt, dass die heutigen isländischen Mäuse noch aus dem gleichen Stamm wie die Mäuse aus der Wikingerzeit stammen. Grund dafür ist vermutlich die Tatsache, dass der Mäusebestand in Island seit Jahrhunderten recht isoliert war. Laut Jones ist die DNA der heutigen isländischen Maus identisch mit denen aus dem neunten Jahrhundert.

Andererseits scheint es unwahrscheinlich, dass norwegische Mäuse bis nach Neufundland gekommen sind, denn nur etwa 20 Wikinger siedelten dorthin über und blieben nur für kurze Zeit. Es ist jedoch auch nicht vollkommen ausgeschlossen, weil DNA aus alten Mausfunden aus dieser Region für den Vergleich unzureichend ist.

In Jones früheren Untersuchungen zeigte sie, dass norwegische Mäuse an vielen Stellen der Britischen Inseln und Irlands siedelten. Höchstwahrscheinlich kamen sie dorthin, weil sie Nester in Heu und Getreide gebaut hatten, das auf Wikingerschiffen zum Eintauschen gegen Vieh mitgebracht wurde, berichtet mbl.is.

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