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Wählerquoten von Einwanderern sinken

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Wählerquoten von Einwanderern sinken

Reykjavík City Hall.

Photo: Páll Stefánsson.

Die Wählerquoten von Einwanderern sind zwischen den Jahren 2006 und 2014 deutlich zurückgegangen. Das hat eine Arbeitsgruppe herausgefunden, deren Aufgabe es ist, genau diese Zahlen zu verbessern, berichtet RÚV.

Im Jahr 2006 waren noch 40 Prozent aller Einwanderer zur Wahlurne gegangen, im Jahr 2016 waren es nur noch 21 Prozent.

Einwanderer dürfen nach fünf Jahren auf kommunaler Ebene wählen, Zuwanderer aus den nordischen Staaten bereits nach drei Jahren.

Die Arbeitsgruppe hatte ihre Ergebnisse heute dem Reykjavíker Stadtrat präsentiert, nun soll gemeinsam überlegt werden, wie man die Wahlbeteiligung der Einwanderer erhöhen kann.

“Zum grossen Teil liegt es daran, dass der Informationsfluss nicht funktioniert. Weder kommt an, dass die Leute in der Regel das Wahlrecht haben, noch was eigentlich kommunal gewählt wird, wodurch man das Interesse an der Ausübung des Wahlrechtes wecken könnte. Auch nichts zu den Parteien und ihren Programmen. Unsere Aufklärung liegt so ein bisschen daneben,” sagt Unnur Margrét Arnardóttir, die Vorsitzende der Arbeitsgruppe. Zusammen mit dem früheren Parlamentarier Pawel Bartoszek hatte sie im Morgenmagazin bei RÚV über das Thema gesprochen.

In den 12 Jahren zwischen 2004 und 2016 sei die Anzahl der Einwanderer um 57 Prozent gestiegen. “Einwanderer sind ein grosser Teil der Stadtbevölkerung geworden, aber wir sprechen nicht mit ihnen und wir vermitteln die Informationen nicht ausreichend in ihrer Sprache,” bekennt Unnur.

Pawel weist darauf hin, dass es in Island für Einwanderer länger als in anderen nordischen Ländern dauert, das Wahlrecht zu erhalten. Während seiner Arbeit mit Einwanderern hat er beobachtet, dass sie oft nach drei Jahren im Land ein politisches Interesse entwickeln. “Dann haben sich die Leute niedergelassen und interessieren sich für die Gesellschaft.” Man könnte sie durchaus auch früher wählen lassen, findet er.

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