Reykjavík
6°C
WNW

Verlorengeglaubter Dichterbrief aufgetaucht

Nachrichten

Verlorengeglaubter Dichterbrief aufgetaucht

Jónas Hallgrímsson.

Photo: Wikipedia.

Ein verlorengeglaubter Brief des isländischen Dichters Jónas Hallgrímsson, den dieser im Jahr 1842 geschrieben hat, ist bei einem Briefstempelsammler aufgetaucht, welcher ihn nie geöffnet hatte. Der Brief gilt seit 90 Jahren als verschollen, berichtet RÚV.

In dem Umschlag befinden sich drei engbeschriebene Seiten, die Jónas im Jahr 1842 an einen engen Freund, den dänischen Naturforscher Japetusi Steenstrup, schickte. Insgesamt hatte Jónas 18 Briefe an diesen Freund geschickt.

Der vormalige Direktor des Nationalmuseums, Matthías Þórðarsson, hatte wohl Zugang zu diesen Briefen, als er um 1930 herum die erste Biographie über den Dichter schrieb. Danach verschwanden die Briefe, einer von ihnen ist nun wieder aufgetaucht.

“Ich sammle Schiffsstempel, und diesen hier gab es bei einer Auktion in Kopenhagen,” erzählt Sammler Árni Gústafsson. “Der hier ist von 1842, von daher zögerte ich nicht lange und kaufte ihn. Nachdem ich ihn gekauft hatte, sehe ich den Namen Hallgrímsson. Da hab ich dann zwei und zwei zusammengezählt, und es war Jónas Hallgrímsson, der eine Wahre.”

Páll Valsson, der im Jahr 1999 eine Biographie über Jónas herausgegeben hatte, hat sich den Brief genauer angeschaut. Für ihn gibt es keinen Zweifel dass der Brief von Jónas stammt. “Ja, das ist Jónas. Er hat diesen Brief geschrieben, und nun ist er endlich aufgetaucht.”

Sammler Árni hat den Brief nie gelesen. “Ich hab den nie aufgemacht. Ich bin nicht so neugierig – ich hatte nur Interesse an dem Stempel. Aber dann erzählte ich jemandem davon und der wollte unbedingt, dass wir in die Árnastofn gehen und ihn dort öffnen lassen – das erste Mal in 100 Jahren, wenn ich das richtig verstehe.”

Páll zufolge enthält der Brief eine persönliche Angelegenheit zwischen Jónas und Steenstrup, offenbar nach einer Sendung von Steinen an die Universität in Kopenhagen.

“Da ist so ein Klageton in dem Brief,” sagt Páll. “Er hat sich viel Mühe gegeben, um diese Steine und alle möglichen Fundstücke aus der Natur zusammenzutragen und sie in vielen Koffern zu schicken, und dann sind diese Professoren in Kopenhagen so …. einer von denen hat die Bemerkung fallengelassen, das wären hundsgewöhnliche Steine. Jónas findet das keine gute Antwort.”

Páll hält den Fund für bemerkenswert. Der Brief sein einer der letzten, den Jónas geschrieben habe, bevor er Island zum letzten Mal verliess. Die Nachricht an Steenstrup hatte immer als verloren gegangen gegolten.

“Man hatte in den siebziger und achziger Jahren intensiv nach ihr gesucht. Ein gutes Dutzend solcher Briefe hat es einmal gegeben, und nun taucht einer von ihnen auf, das gibt uns natürlich Hoffnung, dass die anderen noch irgendwo sind und hoffentlich ebenfalls auftauchen.”

Der Brief wird am Wochenende auf der Sammlerausstellung NORDIA 2018 in der TM-Halle in Garðarbær zu sehen sein.

More news

Booking.com

Please consider supporting Iceland Review

IR Online

€3

Support

per month
IR Online

€5

Support

per month
IR Online

€10

Support

per month
IR Magazine

€55

For 6 Issues

per year